VHS und KI

KI an der vhs: Wege zum verantwortungsvollen Einsatz

Übersicht

  1. Materialien
  2. Ausschreibung
  3. Gliederung
  4. Übungen
  5. Interview
  6. FAQs

Materialien

Präsentation: Gamma

Handout: PDF

Ausschreibung

Titel:

KI an der vhs: Wege zum verantwortungsvollen Einsatz

Untertitel:

Wie Volkshochschulen Künstliche Intelligenz sinnvoll und sicher integrieren können

Einleitung:

Künstliche Intelligenz ist gekommen, um zu bleiben – doch wie können Volkshochschulen den Wandel gestalten, statt ihm nur zuzuschauen?

Inhalte:

  • Überblick: Was ist KI – und was ist sie (noch) nicht?
  • Chancen & Risiken: Wie verändert KI unsere Bildungspraxis?
  • Ethik und Verantwortung: Wo beginnt die kritische Reflexion?
  • Handlungsempfehlungen des DVV: Praxisnah, konkret, umsetzbar
  • Tools & Beispiele: So sieht der Alltag mit KI an der VHS aus

Zielgruppe:

Mitarbeitende, Kursleitende und Entscheidungstragende an Volkshochschulen

Lernziel:

Sie verstehen die Potenziale und Risiken von KI im Bildungskontext, kennen die aktuellen Handlungsempfehlungen und sind in der Lage, eigene Positionen und Einsatzmöglichkeiten verantwortungsvoll zu reflektieren und umzusetzen.

Vorkenntnisse:

Keine speziellen Vorkenntnisse erforderlich – Interesse und Offenheit reichen völlig aus.

Gliederung

KI an der vhs: Wege zum verantwortungsvollen Einsatz

1. Einführung in das Thema Künstliche Intelligenz

1.1 Was ist Künstliche Intelligenz eigentlich?
1.2 Wo begegnet uns KI bereits heute – auch im Alltag der VHS?

2. Potenziale und Herausforderungen von KI im Bildungskontext

2.1 Chancen für die Erwachsenenbildung
2.2 Risiken, Vorurteile und ethische Fragen

3. Handlungsempfehlungen für Volkshochschulen

3.1 Überblick über die Leitlinien des Deutschen Volkshochschul-Verbands (DVV)
3.2 Konkrete Umsetzungsmöglichkeiten in der Praxis
3.3 Diskussion: Was passt zu „meiner“ VHS?

4. KI-Tools in der Anwendung

4.1 Praktische Beispiele: ChatGPT, Bildgeneratoren & Co.
4.2 Tools zum Lehren, Lernen, Organisieren und Inspirieren
4.3 Grenzen der Tools: Wo braucht es menschliche Intuition?

5. Der Weg zur verantwortungsvollen Integration von KI

5.1 Technische Voraussetzungen und Datenschutz
5.2 Didaktische Konzepte mit KI
5.3 Der menschliche Faktor – KI als Unterstützung, nicht als Ersatz

6. Reflexion und Zukunftsausblick

6.1 Diskussion: Wie wollen wir KI nutzen?
6.2 Vision: Die VHS als KI-kompetente Bildungsinstitution
6.3 Was nehmen wir mit? Handlungsschritte für morgen

Übungen

Übung 1: Tool-Safari – Entdecke dein KI-Tool

Aufgabe:

Sie erhalten eine Liste mit 5 KI-Tools (z. B. ChatGPT, DALL·E, DeepL Write, Canva, Whisper). Wählen Sie eines aus, testen Sie es für 15 Minuten und dokumentieren Sie:

  • Was macht das Tool?
  • Was lief gut, was war verwirrend?
  • Wie könnten Sie es in Ihrer VHS-Praxis nutzen?

Musterlösung (Beispiel: DeepL Write):

  1. Aufgerufen über: https://www.deepl.com/write
  2. Funktion: Stilistische Überarbeitung von deutschen oder englischen Texten
  3. Testtext: Ich habe einen eigenen Seminartext eingegeben.
  4. Ergebnis: Das Tool machte Vorschläge zu Ton, Stil und Satzbau. Ich konnte zwischen „formell“ und „informell“ wählen.
  5. Reflexion: Sehr hilfreich für Kursleitende, die ihre Texte professioneller gestalten möchten.
  6. Einsatzidee: Schreibwerkstatt „Texte überarbeiten mit KI“.

Übung 2: KI & Ethik – Das Dilemma-Spiel

Aufgabe:

In Gruppen erhalten Sie kleine Szenarien (z. B. „Ein Sprachkurs verwendet KI zur Leistungsmessung“). Diskutieren Sie:

  • Ist das vertretbar?
  • Wo liegen Chancen und Gefahren?
  • Was würden Sie als VHS-Leitung entscheiden?

Musterlösung (Beispiel-Szenario):

Szenario: Eine VHS setzt ein KI-basiertes System ein, das die Aussprache von Sprachkursteilnehmenden analysiert und automatisch Feedback gibt.

Diskussionsergebnisse:

  • Pro: Sehr nützlich zur Verbesserung der Aussprache. Unabhängiges Üben möglich.
  • Contra: Gefahr der Demotivation, wenn die Technik zu streng bewertet. Datenschutz bedenken (Stimmaufnahmen).
  • Entscheidung: Tool ja – aber nur freiwillig, mit ausführlicher Erklärung und menschlichem Feedback als Ergänzung.

Übung 3: KI in der Kursplanung – der Generator-Test

Aufgabe:

Geben Sie folgenden Prompt in ChatGPT ein:
„Schreibe mir eine kreative Kursbeschreibung für einen VHS-Kurs über nachhaltiges Kochen.“
Vergleichen Sie die Antwort mit einer realen Kursbeschreibung. Wo liegen Unterschiede? Welche Version überzeugt?

Musterlösung:

Prompt verwendet – Ergebnis in wenigen Sekunden:
„Erleben Sie in unserem Kurs ‚Grün gekocht‘, wie Sie mit saisonalen, regionalen Zutaten nicht nur den Gaumen verwöhnen, sondern auch die Umwelt schonen…“

Vergleichspunkte:

  • Stil: ChatGPT ist oft emotionaler, bildhafter.
  • Inhalt: Überraschend präzise. Manchmal etwas zu werblich.
  • Fazit: Gute Basis – aber Feinschliff durch Menschenhand empfohlen.

Übung 4: Wer hat das geschrieben? – Mensch oder KI?

Aufgabe:

Sie erhalten drei kurze Texte: einer wurde von einer echten Person, einer von ChatGPT und einer von einem alten Kursflyer kopiert.
Ihre Aufgabe: Erraten Sie, welcher Text woher stammt – und begründen Sie Ihre Einschätzung.

Musterlösung (Text B = KI):

Begründung:

  • Sehr „runder“ Stil, aber etwas generisch.
  • Keine echten Beispiele oder persönliche Ansprache.
  • Wiederholung von Floskeln wie „Entdecken Sie die Möglichkeiten…“

Ergebnis: Erkannt als KI-Text. Erkenntnis: KI klingt gut – aber auch oft „zu glatt“.


Übung 5: Mein KI-Kurs – Grobkonzept entwerfen

Aufgabe:

Planen Sie in Kleingruppen ein eigenes Kursformat zum Thema „KI an der VHS“. Erstellen Sie ein Mini-Exposé mit:

  • Titel
  • Zielgruppe
  • Lernziele
  • Kursinhalte
  • Einsatz eines KI-Tools

Musterlösung (Beispielgruppe):

Titel: „KI einfach erklärt – für Einsteiger:innen ab 55“
Zielgruppe: Seniorinnen und Senioren mit wenig Technik-Erfahrung
Lernziele:

  • Verständnis grundlegender Begriffe
  • Erste Nutzung einfacher KI-Tools
    Inhalte:
  • Was ist KI?
  • Sprachassistenten verstehen
  • KI-Bilder erstellen
    Tool: Bing Copilot, DALL·E
    Didaktik: Viele Praxisphasen, langsames Tempo, Peer-Learning

Interview

„KI darf kein schwarzer Kasten bleiben“

Teilnehmer (Journalist): Herr Braun, KI ist ja gerade in aller Munde. Warum sollte das Thema ausgerechnet an die Volkshochschule gehören?

Dozent (Herr Braun): Ganz einfach: Weil die VHS immer dort ist, wo gesellschaftlicher Wandel stattfindet. Künstliche Intelligenz verändert unser Leben – unsere Arbeit, unsere Bildung, unseren Alltag. Wenn wir nicht auch an der VHS darüber sprechen, wer dann?

Journalist: Viele Menschen empfinden KI als abstrakt oder sogar bedrohlich. Wie begegnen Sie dieser Skepsis?

Herr Braun: Indem wir die Technik vom Sockel holen. KI ist kein Magier im Maschinenkostüm, sondern ein Werkzeug. Wir erklären, wie sie funktioniert, wo sie sinnvoll ist – und wo sie kritisch zu hinterfragen ist. Und wir tun das auf Augenhöhe, mit Humor und viel Praxisbezug.

Journalist: Können Sie ein Beispiel nennen?

Herr Braun: Sehr gern. Wir lassen Teilnehmende mit einem Textgenerator wie ChatGPT arbeiten – z. B. zum Erstellen einer Kursbeschreibung. Danach diskutieren wir: Was war gut? Was fehlte? Und plötzlich merken alle: Die KI kann viel – aber sie denkt nicht, fühlt nicht, versteht nicht. Das macht sie einschätzbar.

Journalist: Gibt es auch Widerstände im Kollegium?

Herr Braun: Natürlich. Manche haben Angst, überflüssig zu werden. Aber genau deshalb ist Aufklärung so wichtig. KI ersetzt nicht die Lehrkraft – sie ergänzt. Sie kann Routine abnehmen, Ideen liefern oder Inhalte visualisieren. Aber sie ersetzt nicht Empathie, didaktische Erfahrung oder pädagogisches Gespür.

Journalist: Wie sieht verantwortungsvoller KI-Einsatz aus Ihrer Sicht aus?

Herr Braun: Drei Dinge sind zentral: Transparenz, Kompetenz, Reflexion. Wir müssen offenlegen, wenn wir KI nutzen. Wir müssen Mitarbeitende qualifizieren – nicht überfordern. Und wir müssen regelmäßig innehalten: Passt das noch zu unseren Werten? Zur Vielfalt unserer Zielgruppen? Zu unserem Bildungsauftrag?

Journalist: Sehen Sie die VHS hier in einer Vorreiterrolle?

Herr Braun: Absolut. Weil wir keine Angst vor Heterogenität haben. Wir arbeiten mit Menschen aus allen Alters- und Bildungsschichten, aus verschiedenen Kulturen. Das ist genau die Gesellschaft, die vom KI-Diskurs sonst oft ausgeschlossen ist. Wenn wir das gut machen, kann die VHS zu einem echten Brückenbauer zwischen Technik und Teilhabe werden.

Journalist: Letzte Frage: Was wünschen Sie sich für die nächsten Jahre?

Herr Braun: Mut zur Gestaltung. Weniger Alarmismus, mehr Ausprobieren. Und einen offenen Diskurs – nicht nur über Technik, sondern auch über Haltung. Denn eines ist klar: KI ist gekommen, um zu bleiben. Aber wie wir mit ihr leben, das gestalten wir. Und das kann richtig spannend werden.

FAQs

Häufig gestellte Fragen zum Einsatz von KI an der VHS

1. Was ist Künstliche Intelligenz (KI) überhaupt?
KI bezeichnet Systeme, die Aufgaben übernehmen, für die sonst menschliche Intelligenz notwendig ist – etwa Spracherkennung, Bilderzeugung oder automatisierte Texte.

2. Warum ist das Thema KI für die VHS relevant?
Weil KI unseren Bildungsalltag verändert – in Verwaltung, Unterricht und Kommunikation. Die VHS muss aktiv mitgestalten, statt nur zu reagieren.

3. Ist KI nicht nur etwas für Technikfreaks?
Nein. KI kann so einfach zu bedienen sein wie ein Taschenrechner. Wichtig ist: Neugier statt Perfektion. Die VHS kann helfen, Berührungsängste abzubauen.

4. Muss ich als Kursleitung jetzt KI einsetzen?
Nein. Es gibt keine Pflicht. Aber es gibt die Chance, neue Impulse für Lehre und Organisation zu nutzen – freiwillig und mit Augenmaß.

5. Welche Tools sind für die VHS besonders geeignet?
Beispielsweise ChatGPT (Text), DALL·E (Bild), DeepL (Sprache), Whisper (Transkription), Canva (Präsentation). Alle sind relativ niedrigschwellig nutzbar.

6. Ist der Einsatz von KI nicht gefährlich oder unethisch?
Das hängt davon ab, wie KI eingesetzt wird. Deshalb braucht es Aufklärung, klare Regeln und eine ethische Haltung – genau hier kann die VHS Vorreiterin sein.

7. Können meine Daten in KI-Systemen missbraucht werden?
Bei öffentlichen Tools ist Vorsicht geboten. Keine personenbezogenen Daten eingeben! Nutzen Sie Tools mit DSGVO-konformen Einstellungen, wo möglich.

8. Können KI-generierte Inhalte falsch oder irreführend sein?
Ja. KI kann „halluzinieren“, also plausibel klingenden Unsinn schreiben. Inhalte sollten immer geprüft und reflektiert werden.

9. Wie kann ich KI sinnvoll in meinen Kurs integrieren?
Zum Beispiel für kreative Schreibimpulse, visuelle Darstellungen, automatisierte Zusammenfassungen, Simulationen oder Sprachdialoge.

10. Wie lernen VHS-Teilnehmende am besten mit KI?
In kleinen Schritten, mit klaren Aufgaben und viel Zeit zum Ausprobieren. KI eignet sich ideal für projektorientiertes und entdeckendes Lernen.

11. Wird KI Lehrkräfte irgendwann ersetzen?
Nein. KI kann Aufgaben erleichtern, aber sie kann keine menschliche Beziehung, Empathie oder didaktische Intuition ersetzen.

12. Welche Vorkenntnisse brauche ich als Kursleitung?
Grundkenntnisse im Umgang mit Internet und Textverarbeitung reichen meist aus. Viele Tools sind intuitiv bedienbar.

13. Wie kann ich mich als VHS-Mitarbeitende:r weiterbilden?
Nutzen Sie interne Schulungen, Online-Kurse, Austauschformate oder machen Sie einfach mal eine „Tool-Erkundung“ im Kolleg:innenkreis.

14. Gibt es auch kritische Stimmen zur KI-Nutzung?
Ja – und das ist wichtig. KI muss diskutiert werden, nicht nur eingesetzt. Die VHS bietet dafür den idealen Raum: offen, kritisch, wertschätzend.

15. Was ist der erste Schritt, um mit KI zu starten?
Fangen Sie klein an. Wählen Sie ein Tool, probieren Sie es aus. Und tauschen Sie sich mit Kolleg:innen darüber aus. Lernen beginnt beim Tun.

Checkliste

KI an der VHS – verantwortungsvoll einsetzen

I. Vor dem Einsatz eines KI-Tools

  • Habe ich geprüft, welches Ziel ich mit dem Tool verfolge?
  • Ist der Einsatz didaktisch sinnvoll und ergänzt er den Unterricht tatsächlich?
  • Kenne ich die Funktionen und Grenzen des gewählten Tools?
  • Habe ich ein Tool ausgewählt, das leicht verständlich und zugänglich ist?
  • Entspricht das Tool den Datenschutzanforderungen (DSGVO-konform oder mit Vorsicht nutzbar)?
  • Habe ich geprüft, ob das Tool kostenfrei, barrierefrei oder mit Bildungslizenz nutzbar ist?

II. Während der Nutzung im Kurs

  • Habe ich meinen Teilnehmenden erklärt, dass wir KI nutzen und warum?
  • Habe ich darauf hingewiesen, keine personenbezogenen Daten einzugeben?
  • Fördere ich den kritischen Umgang mit den Ergebnissen der KI (Reflexion, Vergleich, Diskussion)?
  • Habe ich technische Alternativen vorbereitet, falls das Tool nicht funktioniert?
  • Beziehe ich die Teilnehmenden aktiv ein (statt nur zu demonstrieren)?
  • Achte ich auf Fragen, Unsicherheiten und Ethikbedenken und spreche sie offen an?

III. Nach dem Einsatz

  • Habe ich den Lerneffekt des Tools gemeinsam mit der Gruppe reflektiert?
  • Wurden Stärken und Schwächen des Tools diskutiert?
  • Habe ich Feedback eingeholt: Was kam gut an, was nicht?
  • Plane ich den Einsatz des Tools beim nächsten Mal anders oder weiterführend?
  • Wurden alle Zwischenspeicherungen oder Daten gelöscht, wenn notwendig?

Zusätzlich für die Organisationsebene

  • Gibt es eine interne KI-Richtlinie oder ein Positionspapier?
  • Wird das Kollegium regelmäßig informiert und geschult?
  • Gibt es eine zentrale Stelle für Tool-Empfehlungen oder Bewertung?
  • Wird der ethische Diskurs aktiv gefördert (z. B. durch Veranstaltungen, Arbeitskreise)?
  • Werden Teilnehmende aktiv in die Gestaltung des KI-Einsatzes einbezogen?

Best Practice

Die VHS Rheinblick – Mit KI zum Bildungserlebnis

Ausgangslage

Die VHS Rheinblick ist eine mittelgroße Volkshochschule mit mehreren Außenstellen und einem vielseitigen Kursangebot – von Integration über Umweltbildung bis hin zu Kultur und Digitalisierung. 2023 entschloss sich das Team, Künstliche Intelligenz nicht nur zu thematisieren, sondern aktiv in die Bildungsarbeit zu integrieren.

Der Impuls kam aus der Verwaltung: Eine Mitarbeiterin hatte ChatGPT ausprobiert, um einen Kursflyer zu formulieren – und war begeistert. Der Funke sprang über.


Ziele

  • Niedrigschwelliger Einstieg für Lehrkräfte und Kursteilnehmende
  • Sensibilisierung für ethische, gesellschaftliche und technische Aspekte von KI
  • Didaktisch sinnvoller und kreativer Einsatz von KI in bestehenden Kursen
  • Aufbau einer gemeinsamen KI-Kultur im Haus

Umgesetzte Maßnahmen

1. „KI-Mittagstisch“ für das Team

Alle zwei Wochen fand ein lockerer Lunch-Workshop statt, bei dem ein KI-Tool vorgestellt, getestet und diskutiert wurde. Themen: Bildgeneratoren, Textüberarbeitung, KI in der Sprachenbildung.

Ergebnis: Hemmschwellen wurden abgebaut, Neugier geweckt, Austausch angeregt.


2. Kursformat: „Künstliche Intelligenz für Neugierige“

Ein 4-teiliger Abendkurs für alle Interessierten:

  • Teil 1: Was ist KI – und was ist Hype?
  • Teil 2: Texte schreiben mit ChatGPT
  • Teil 3: Bilder erschaffen mit DALL·E
  • Teil 4: Diskussion: Wie KI unsere Gesellschaft verändert

Ergebnis: Der Kurs war mehrfach ausgebucht, besonders beliebt bei Menschen 50+. Es entstand eine Warteliste für Fortgeschrittenenformate.


3. KI in bestehenden Kursen integrieren

Statt neue Formate zu erfinden, wurden vorhandene Kurse ergänzt:

  • In einem Schreibkurs half ChatGPT beim Finden von Plotideen.
  • In einem Gesundheitskurs visualisierte DALL·E Körperfunktionen.
  • In einem Deutsch-Integrationskurs wurde DeepL Write für Stilübungen genutzt.

Ergebnis: Die Teilnehmenden waren begeistert – vor allem, wenn sie selbst ausprobieren konnten.


4. Entwicklung einer internen Leitlinie

Die VHS formulierte fünf eigene Prinzipien zum Umgang mit KI, basierend auf den Empfehlungen des DVV. Sie beinhalten: Transparenz, Freiwilligkeit, Datenschutz, Reflexion, Partizipation.

Ergebnis: Klarheit für das Team, Argumentationshilfe für Kursleitende und ein starkes Signal nach außen.


Herausforderungen

  • Erste Skepsis im Kollegium („Noch ein Digitalthema…“)
  • Technische Hürden bei Bildgeneratoren (Datenschutz, Anmeldung)
  • Hoher Moderationsaufwand in Diskussionen (Ethik, Verantwortung)

Lösung: Schulung, Unterstützung durch Digital-Lots:innen, offene Feedbackrunden.


Erfolgsfaktoren

  • Niedrigschwellige Formate (keine Überforderung)
  • Experimentierfreude statt Perfektionismus
  • Partizipation auf allen Ebenen
  • Klare Kommunikation: Warum, wie, wozu?
  • Verbindung von Theorie, Praxis und Reflexion

Fazit

Die VHS Rheinblick hat vorgemacht, wie der Weg in die KI-Bildungswelt kritisch, kreativ und konsequent gelingen kann. Sie beweist: Mit dem richtigen Geist ist die Volkshochschule nicht nur Bildungsort, sondern Innovationsmotor für digitale Mündigkeit.

Multiple Choice

Wissenstest zum Thema KI und Volkshochschule

Teil 1: Grundlagen

1. Was versteht man unter „Künstlicher Intelligenz“ (KI)?
A) Maschinen mit menschlichem Bewusstsein
B) Computer, die nach Gefühlen handeln
C) Systeme, die Aufgaben mit algorithmischer Intelligenz lösen
D) Elektronische Geräte mit Internetzugang

2. Was ist ein Beispiel für schwache KI?
A) Ein humanoider Roboter mit Emotionen
B) Ein intelligenter Toaster
C) Ein Textvorschlag in einer E-Mail
D) Ein autonomes Bewusstsein

3. Welche KI-Technologie basiert auf der Nachbildung neuronaler Strukturen?
A) Blockchain
B) Neuronales Netzwerk
C) Tabellenkalkulation
D) Virtual Reality

4. Was ist Deep Learning?
A) Eine Meditationsmethode
B) Eine Form der Meinungsbildung
C) Eine Methode des maschinellen Lernens mit tiefen Netzwerken
D) Ein Kursformat an der VHS

5. Welche der folgenden Aussagen trifft auf ChatGPT zu?
A) Es versteht Gefühle
B) Es imitiert menschliche Sprache
C) Es kann eigenständig Entscheidungen treffen
D) Es speichert persönliche Nutzerdaten dauerhaft


Teil 2: KI im Bildungskontext

6. Welches Ziel verfolgt der Deutsche Volkshochschul-Verband mit seinen Handlungsempfehlungen zur KI?
A) Einführung von Roboterlehrkräften
B) Orientierung für verantwortungsvollen KI-Einsatz
C) Verbot aller digitalen Tools
D) Automatisierung der Verwaltung

7. Wie sollte KI in Kursen eingesetzt werden?
A) Unreflektiert und automatisch
B) Nur zur Unterhaltung
C) Als Werkzeug zur Unterstützung
D) Anstelle der Lehrperson

8. Welche der folgenden Aussagen ist problematisch im KI-Kontext?
A) „KI ist ein Werkzeug mit Chancen und Risiken.“
B) „KI kann kreative Impulse liefern.“
C) „KI ersetzt den sozialen Kontakt in Kursen.“
D) „KI kann Texte schneller formulieren.“

9. Was ist ein möglicher Vorteil von KI in der Erwachsenenbildung?
A) Beliebigkeit der Kursziele
B) Ersetzen von Diskussionen
C) Personalisierung von Lerninhalten
D) Abbau digitaler Kompetenzen

10. Worauf sollte bei KI-generierten Inhalten geachtet werden?
A) Sie sind fehlerfrei.
B) Sie können halluzinieren.
C) Sie benötigen keinen Datenschutz.
D) Sie stammen immer aus seriösen Quellen.


Teil 3: Tools und Anwendung

11. Welches Tool dient zur Bildgenerierung?
A) Whisper
B) DeepL Write
C) DALL·E
D) Grammarly

12. Welches Tool ist besonders für Textüberarbeitung geeignet?
A) Canva
B) Midjourney
C) DeepL Write
D) Otter.ai

13. Wofür eignet sich das Tool „Whisper“?
A) Bildbearbeitung
B) Sprachtraining
C) Automatische Transkription
D) Kalenderorganisation

14. Was kann ein KI-Tool wie ChatGPT leisten?
A) Menschen ersetzen
B) Meinungen bewerten
C) Texte vorschlagen
D) Datenschutz garantieren

15. Woran erkennt man oft KI-Texte?
A) Rechtschreibfehler
B) Logikfehler oder Wiederholungen
C) Persönliche Geschichten
D) Humorvolle Wortspiele


Teil 4: Ethik und Reflexion

16. Warum ist Transparenz im KI-Einsatz wichtig?
A) Damit der Stromverbrauch sinkt
B) Weil KI lügt
C) Damit Teilnehmende wissen, was passiert
D) Um Programmierfehler zu finden

17. Was bedeutet „Datensparsamkeit“?
A) So viele Daten wie möglich speichern
B) Nur notwendige Daten erfassen
C) Keine Daten verwenden
D) Daten offline sichern

18. Warum ist Reflexion beim KI-Einsatz zentral?
A) Um Tools zu bewerben
B) Um Unterricht zu verlängern
C) Um ethische Aspekte zu bedenken
D) Um technikaffin zu wirken

19. Was ist ein ethischer Grundsatz beim Einsatz von KI an der VHS?
A) Leistungskontrolle über alles
B) Verpflichtung zur Nutzung
C) Förderung von Teilhabe und Vielfalt
D) Alles durch KI automatisieren

20. Was bleibt trotz KI zentral für die VHS?
A) Marketingkampagnen
B) Intelligente Infrastruktur
C) Der menschliche Faktor
D) Kostenersparnis durch Automatisierung


Lösungsblatt (Musterlösung)

1: C
2: C
3: B
4: C
5: B
6: B
7: C
8: C
9: C
10: B
11: C
12: C
13: C
14: C
15: B
16: C
17: B
18: C
19: C
20: C